Höfeschlendern 2018

Höfeschlendern 2018

Presseartikel AZ Juni 2018 von Roswitha Wünsche-Heiden

BIEBELNHEIM - Der anhaltende Erfolg offener Gärten, Denkmäler und Ateliers machte auch vor Biebelnheims Höfen nicht Halt. Immer wieder hatte man Ortsbürgermeisterin Petra Bade gefragt, wann es denn die nächste Auflage des erfolgreichen „Kulturschlenderns“ gebe. Man beschloss, den großartigen Erfolg aus dem Jahr des Rheinhessenjubiläums nicht wiederholen zu wollen, sondern es in neuem Gewand als „Höfeschlendern“ wieder aufleben zu lassen. Zusammen mit VG-Weinkönigin Anna Nierstheimer erhob Bade in dem außerhalb gelegenen Weingut Holthof das erste Glas auf das Gelingen der Neuauflage. Mit Erfolg. Trotz weiter steigender Temperaturen füllten sich die Ortsstraßen mit Leuten, die die Möglichkeit nutzten, einmal „hinter die Kulissen“ zu schauen, sich vom Verzehrangebot verwöhnen oder sich von den Angeboten überraschen zu lassen, die den Besitzern der Anwesen Herzensangelegenheit sind.

Schon von Berufs wegen war das in erster Linie der Wein, der an den meisten der zwölf Stationen zum Ausschank kam. Neben den eigenen Gewächsen hatten die Weingüter auch Deftiges als Unterlage in petto, vom Schweizer Wurstsalat über Weck und Worscht bis zu Spundekäs und Pilgerburger. Trotz der Hitze konnte man erstaunlich vielen Familien mit kleinen Kindern auf den Dorfstraßen begegnen. Kein Wunder, denn auch für die Kleinen gab es ein großes Angebot. Mit den schattigsten Sitzplätzen, Pommes Frites, Kaffee und Kuchen sowie seinen Spielgeräten lockte der Kindergarten. Während die Kinder geschminkt wurden, konnten technikbegeisterte Väter sich vor dem vom TJV bewirteten Hof Vuidar in die rote Pracht einer Ausstellung von Porsche- Traktoren vertiefen. Bei der leckeren Erdbeerbowle hatte man wohl auch an die wartenden Mütter gedacht.

Ponys zum Streicheln und sehenswerte Geflügelrassen inklusive eines kinderfreundlichen Essensangebotes gab es schräg gegenüber. Sowieso blieb es jedem Einzelnen überlassen, wie lange er nach den Schlenderetappen in welcher „Location“ verweilen wollte. Damit sind nicht nur die beiden Kirchen gemeint, die ihre Türen zur stillen Einkehr geöffnet hatten, und auch nicht Hof Lindemann, wo eine Ausstellung über Biotope und Naturschutzprojekte zu sehen war.

Ganz unterschiedlich war nämlich die Atmosphäre der verschiedenen Höfe. Altmodisch-alternativ präsentierte sich Hof Geeb-Grode. Gedichte und Geschichten aus eigener Feder, die frühere Zeiten lebendig werden ließen, las Ursula Geeb-Grode, während ihre Tochter ihr Basen-Lädchen geöffnet hatte und nach besonderen Rezepturen zubereitete Klöße und Kuchen anbot.

Multikulturelles Flair herrschte in dem von Gault Millau ausgezeichneten Weingut Schönhals. „Kunscht“ aus Mallorca und Mexiko, Musik aus Tschechien und philosophisches aus Deutschland machte in Hof und Nebengebäuden auf sich aufmerksam. Architektonisch ein absolutes Muss war das Weingut Pilgerhof. Aus alter Bausubstanz und modernen Accessoires haben Kreativität und handwerkliches Können ein multifunktionales Gebäude entstehen lassen, in das der eine oder andere Besucher bestimmt auch bei anderer Gelegenheit gern zurückkehren wird.